Al Gore präsentiert eine «immer noch unbequeme Wahrheit»

16. Oktober 2017

Zehn Jahre nach dem Erscheinen von Al Gore’s erstem Film «An Inconvenient Truth», ist nun «An Inconvenient Sequel: Truth To Power» in die Kinos gekommen.

Trailer «An Inconvenient Truth»
Trailer «An Inconvenient Sequel: Truth To Power»

In diesen zehn Jahren, die dazwischenliegen, ist viel passiert. Der ehemalige Vize-Präsident der USA hat an Schulungen Tausende von Menschen aus der ganzen Welt zu Klima-Botschaftern ausgebildet. Zusammen mit weiteren Akteuren hat er an der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 einen cleveren Deal in die Wege geleitet, damit auch Indien den Vertrag unterzeichnet – und hat so der Solarenergie zu einer immensen Expansion verholfen. Die Temperaturen sind weiter gestiegen, die Gletscher und Polkappen sind weiter geschmolzen, Umweltkatastrophen in nie da gewesener Härte aufgetreten.

In diesem Zusammenhang ergab sich ein irgendwie interessanter und ungleich tragischer Vorfall: Eine der meistkritisierten Szenen in Al Gore’s erstem Film war die Beschreibung, dass die Gedenkstätte für den 11. September infolge steigender Meeresspiegelhöhe und immer stärkeren Unwettern überflutet werden könnte. Das sei masslos übertrieben, lautete die Kritik. Im Jahr 2012 überflutete der Hurrikan «Sandy» die Gedenkstätte tatsächlich.

Die Konferenz in Paris war ein voller Erfolg: Alle anwesenden Staatschefs und Regierungsmitglieder stimmten dem Ziel der Emission von Null Prozent Treibhausgasen zu – zu erreichen möglichst bald in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts, spätestens bis 2060. Obwohl der Präsident der Vereinigten Staaten den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen beschlossen hat, werden die USA immer grüner. Der Film zeigt deutlich, dass der Ausbau von Wind- und Solaranlagen ungebremst weiterläuft.

Auch in der Schweiz wird schon viel getan. Im Jahr 2016 war die Stromproduktion zu knapp 55% erneuerbar (siehe Publikation des BFE: «Schweizerische Statistik der erneuerbaren Energien», Ausgabe 2016). Allerdings betrug der gesamte erneuerbare Anteil am schweizerischen Endenergieverbrauch bloss gut 22%. Gerade bei der Wärmeerzeugung sind Erdöl und Erdgas weiterhin die Spitzenreiter – dabei emittieren diese Brennstoffe sehr viel mehr CO2 als beispielsweise eine Wärmepumpe oder Pelletheizung. Weltweit ist 2016 laut der Internationalen Energieagentur (IEA) die Photovoltaik stärker gewachsen als alle anderen Energiequellen (eine genaue Analyse finden Sie auf dem Solar-Blog von Guntram Rehsche. Das macht Hoffnung. Dennoch muss noch viel getan werden, auch und gerade hier in der Schweiz, wo wir gute Möglichkeiten haben, nachhaltiger zu werden.

Was Sie persönlich im Alltag für die Umwelt tun können, sehen Sie hier: Umwelt-Tipps WWF Schweiz.

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