Gefährdete Arten im Kanton Zürich nehmen weiterhin ab

15. April 2019

Trotz ergriffener Massnahmen zum Artenschutz ist der Zustand der Biodiversität schweizweit besorgniserregend – der Kanton Zürich bildet da keine Ausnahme. Dabei erbringt die Biodiversität wichtige Ökosystemleistungen, wie beispielsweise Früchte von Obstbäumen und Gene aus Wildarten als Reservoir für Züchtungen.

Im Kanton Zürich werden die Bestände von 240 bedrohten Tier- und Pflanzenarten seit 2001 erhoben. Von 2013 bis 2016 nahmen sie bei 17% dieser Arten weiter ab, bei 71% blieben sie ungefähr gleich und nur bei 12% nahmen sie zu. Und dies, obwohl viele dieser Arten mit Schutzmassnahmen gefördert werden. Das Fazit des Umweltberichts 2018: Das Umweltziel «Erhalten und fördern der Artenvielfalt» wurde nicht erreicht.

Biodiversität ist ein kostbares Gut. Spätestens, wenn Schlüsselarten aus einem Ökosystem verschwinden, wird das klar – wenn Bäume nicht mehr bestäubt werden, wenn Landschaftsgestalter wie Biber keine Strukturen mehr erschaffen und erhalten, die für zahlreiche Arten Lebensraum sind. Doch alle Arten sind stehts ein Glied im Lebensnetzwerk, nimmt man ein Glied heraus, egal welches, verändert sich das Netzwerk. Gewisse Veränderungen mag das System ausbalancieren, andere führen dazu, dass das System instabil wird und mehr und mehr in sich zusammenfällt.

Wenn die Zahl der Individuen eine gewisse Schwelle unterschreitet, kann eine Population langfristig nicht mehr überleben – sie verschwindet schleichend. Das passiert hier und jetzt, im Kanton Zürich, mit vielen Arten, die zwar noch vorkommen, aber deren Lebensräumen es momentan an Grösse und Qualität fehlt, als dass sie sich noch «erholen» könnten. Ein Beispiel ist die Feldlerche (siehe Bilder): eine ehemals häufige Art, die zunehmend seltener wird. Das ist vor allem auf mangelnde Brutflächen zurückzuführen.

Es gibt Lösungsansätze, wie beispielsweise Biodiversitätsförderflächen – sie stellen aktuell 14% der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Kanton Zürich dar. Die bisherigen Bemühungen sind jedoch für zahlreiche Arten nicht ausreichend. Hauptgrund ist die mangelnde Qualität der Förderflächen. Aber es sind auch zu wenig ausreichend grosse Lebensräume vorhanden, und durch die ungebremste Zerschneidung des Raumes durch Siedlungs- und Verkehrswachstum schwinden sie immer mehr.

Um dem entgegenzuwirken, bräuchte es mehr Einsatz und das kostet etwas. Genau darauf zielt die Natur-Initiative – Rettet die Zürcher Natur ab. Sie verlangt eine deutliche Steigerung der Investitionen in die Natur. Bei vielen Arten ist es zwingend notwendig, rasch zu handeln, um ein Aussterben zu verhindern.

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