Revitalisierungen

Im Kanton Zürich befinden sich rund die Hälfte der etwa 3‘600 Kilometer Fliessgewässer in einem naturfernen Zustand. Werden unsere Bäche und Flüsse revitalisiert, finden Tiere wie Nase, Eisvogel und Fledermaus wieder einen geeigneten Lebensraum.

Viele Seen, Flüsse, Bäche und Feuchtgebiete wurden im 19. und 20. Jahrhundert verbaut, kanalisiert oder trockengelegt. Dies hatte katastrophale Folgen für den Wasserhaushalt  und nahm vielen Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum weg. Heute wird den Gewässern wieder mehr Raum gegeben, was sowohl der Hochwassersicherheit als auch der Naturvielfalt zugutekommt. Revitalisierte Gewässer bieten beispielsweise steile und flache Ufer sowie unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten und Wassertiefen. Gewisse Stellen werden häufig, andere selten oder nie überschwemmt. Dies führt zu sich ständig verändernden Lebensräumen, so dass sich eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten ansiedeln kann.

Der WWF Zürich arbeitet an verschiedenen Aufwertungs- und Revitalisierungsprojekten im Kanton Zürich mit. 

Das tun wir

Jonenbach bei Rifferswil

Die Jonen bei Rifferswil war einst ein geradliniger, verbauter Bach. Zwischen 2023 und 2025 revitalisierte der Kanton die Jonen auf einer Länge von rund einem  Kilometer oberhalb von Rifferwil. Entstanden ist ein lebendiges Biotop und attraktiver Erholungsraum. Der WWF Zürich hat einen Erlebnispfad mit verschiedenen Bildungselementen gestaltet.  

Ein nicht befestigter, gewundener Trampelpfad führt in einer ca. 600 Meter langen Schlaufe entlang des Jonenbach-Ufers. Die interaktiven Stationen können selbständig erkundet und genutzt werden. Die Besucher:innen erleben, welche Tiere in und am Wasser leben, warum unterschiedliche Strömungen eine Vielzahl von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen ermöglichen und vieles mehr. Auf einer Uferwiese ist ein Aufenthalts- und Unterrichtsorts für Schulklassen eingerichtet worden. 

Der WWF Zürich möchte mit seinen Massnahmen Begeisterung für die Natur wecken – für Schulen sowie für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

 

Thurauen

Die Thurauen sind das grösste zusammenhängende Auengebiet im Schweizer Mittelland. Die letzten Kilometer der Thur vor der Mündung in den Rhein wurden von 2008 -2017 revitalisiert. Der WWF Zürich war in der Begleitkommission des Projekts «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» (Thurauen) vertreten und begleitet seither das Monitoring.

Die Thur erhielt ein natürliches Flussbett. Der Fluss kann wieder Schleifen (Mäander) bilden und bei Hochwasser die Auenlandschaft überfluten. Zusammen mit ökologischen Aufwertungen im Uferbereich und Auenwald entstehen neue Lebensräume für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Die neu entstandenen Tümpel bieten Lebensraum für Amphibien und Wasservögel, Buchten bilden Rückzugsorte für Fische. Auch der Biber liebt die neu geschaffene Welt im Auenwald. In den Abendstunden kann man ihn mit etwas Glück beobachten.

Das Revitalisierung vereint drei Ziele: mehr Hochwasserschutz, mehr Natur, mehr Erholung. Neben der Aufwertung der Auenlandschaft wurde auch der Hochwasserschutz für Ellikon am Rhein erhöht, die Produktionsbedingungen für die Landwirtschaft im Flaacherfeld verbessert, und die Thurauen wurden für die Erholungssuchenden attraktiver gestaltet, wobei eine Entflechtung der Interessen von Mensch und Natur angestrebt wird.

Limmatauen Werdhölzli

Mit einer Reihe von Massnahmen wurden neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen, der Hochwasserschutz verbessert und die Erholungsqualität erhöht. Im September 2012 nach acht Jahren Projektierung erfolgte der Spatenstich, und nur ein Jahr später im September 2013 konnten die revitalisierten Limmatauen Werdhölzli wieder eröffnet werden.

Für die Besucherinnen und Besucher der Limmatauen Werdhölzli stehen Informationstafeln zur Verfügung, und ein Steg mit interaktiven Elementen mitten durch den Auenwald gibt einen wunderbaren Einblick in den Auen-Lebensraum.

Der WWF hat sich in Kooperation mit der Zürcher Kantonalbank für die Realisierung der Limmatauen Werdhölzli eingesetzt. Die Leitung dieses Grossprojekts lag bei der kantonalen Baudirektion. Ebenfalls beteiligt waren die Stadt Zürich, die Gemeinde Oberengstringen, das Bundesamt für Umwelt BAFU und der naturemade star-Fonds der ewz.  

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